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Baubewilligung

Wann benötige ich eine Baubewilligung?

Bewilligungspflichtige Bauvorhaben (siehe auch Merkblatt Nr. M003 "Baubewilligungspflicht und -verfahren")

Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, dass alle Bauten, Anlagen und baulichen Vorkehrungen eine Baubewilligung brauchen. Massgebend hierfür ist § 1 der Bauverfahrensverordnung (BVV) in Verbindung mit § 309 des Planungs- und Baugesetzes (PBG). Unter anderem zum Beispiel für:

  • Hochbauten und Fahrnisbauten
  • Erstellen von Parkplätzen, Mauern oder Einfriedungen
  • Umnutzungen
  • Vordächer, Unterstände
  • Anbringen von Reklamen und Anschriften
  • Überdachungen und seitliche Verglasung von Sitzplätzen und Balkonen
  • Dachkamine und andere kleinere, technisch bedingte Dachaufbauten
  • Dachflächenfenster, -aufbauten und -einschnitte
  • Solaranlagen, soweit diese bewilligungspflichtig sind (siehe Abschnitt "Meldeverfahren für Solaranlagen")
  • Aussendämmung der Gebäudehülle
  • Einbau innerer Trennwände
  • Kleinstbauten, soweit diese bewilligungspflichtig sind (siehe Untertitel "Kleinstbauten")
  • Schwimmbäder
  • Wärmepumpen
  • Terrainveränderungen
  • Einbau von Fenstern

Diese Aufzählung ist nicht abschliessend.

Kleinstbauten
Für Bauten und Anlagen in Bauzonen, deren Gesamthöhe nicht mehr als 2,5 m beträgt und die eine Bodenfläche von höchstens 6 m2 überlagern, bedarf es keiner Baubewilligung, sofern sie nicht in der Kernzone, im Geltungsbereich einer anderen Schutzanordnung oder eines Ortsbild- oder Denkmalschutzinventars und im Bereich von Baulinien liegen. Von dieser Regelung sind insbesondere Gartenhäuser, Schöpfe oder Spielgeräte betroffen. Die Befreiung von der Baubewilligungspflicht entbindet allerdings nicht von der Pflicht, die Vorschriften des materiellen Rechts (z. B. Abstandsvorschriften, Baumasse, Feuerpolizei) einzuhalten. Auf Kleinstbauten, die die genannten Masse überschreiten oder aus anderen oben genannten Gründen bewilligungspflichtig sind, findet das baurechtliche Baubewilligungsverfahren Anwendung.

Gesuchsunterlagen
Für kleinere Bauvorhaben benötigen Sie für das Gesuch folgende Unterlagen:

  • Baugesuchsformular des Kantons Zürich (www.baugesuche.zh.ch)
  • Amtlicher Katasterplan, max. sechs Monate alt (Gossweiler Ingenieure AG, Telefon 044 802 77 11 oder www.gossweiler.com)
  • Grundbuchauszug, max. sechs Monate alt (Notariat Wallisellen, Telefon 044 839 47 50)
  • Grundrisse, Schnitte, Fassaden- und eventuell Umgebungspläne
  • In allen Plänen ist das Bauvorhaben rot einzuzeichnen; Abbrüche sind gelb und Bestehendes schwarz zu markieren
  • Sämtliche Unterlagen sind mindestens 4-fach einzureichen und von den Grundeigentümern, Projektverfassern und Gesuchstellern zu unterschreiben und zu datieren

Gültigkeitsdauer der Baubewilligung
Baurechtliche Bewilligungen erlöschen nach drei Jahren, wenn nicht vorher mit der Ausführung begonnen worden ist; bei Neubauten gilt der Aushub oder, wo er Voraussetzung dafür ist, der Abbruch bestehender Gebäude als Baubeginn (vgl. § 322 PBG).

Beratung

Generell empfiehlt es sich, das Bauvorhaben zuerst mit dem Bauamt zu besprechen. Bei sehr komplexen Vorhaben oder solchen an besonderer Lage kann dies auch unter Beizug der kantonalen Fachstellen erfolgen.

Das Bauamt steht Ihnen gerne zur Verfügung (Tel.: 044 835 82 30; Mail: [email protected]). Gerne beraten wir Sie auch persönlich nach vorgängiger Anmeldung.

Meldeverfahren für Solaranlagen
(siehe auch Merkblatt Nr. M010 "Solaranlagen")

Voraussetzungen
Gemäss revidiertem Raumplanungsgesetz (RPG) vom 1. Mai 2014 besteht für Solaranlagen unter bestimmten Voraussetzungen keine Bewilligungspflicht mehr. Stattdessen wird lediglich ein Meldeverfahren vorgesehen. Gemäss Art. 18a Abs. 1 RPG kommt das Meldeverfahren in Bau- und Landwirtschaftszonen zur Anwendung für Solaranlagen auf Dächern, die folgende Anforderungen erfüllen (Art. 32a Abs. 1 Bst. a-d Raumplanungsverordnung, RPV):

  • Sie überragen die Dachfläche um höchstens 20 cm, wobei im rechten Winkel zur Dachfläche gemessen wird.
  • Sie überragen die Dachfläche in der Aufsicht (von oben gesehen) und der Ansicht (von vorne gesehen) nicht.
  • Sie sind nach dem Standt der Technik reflexionsarm ausgeführt.
  • Sie werden als kompakt zusammenhängende Fläche ausgeführt.

Materielles Recht
Die Befreiung der Bewilligungspflicht entbindet indessen nicht von der Pflicht, die Vorschriften des materiellen Rechts einzuhalten (§ 2 Abs. 2 der Bauverfahrensverordnung, BVV), zu denen insbesondere die neuen bundesrechtlichen Vorgaben gehören. Zudem haben Eigentümer und Nutzerschaft von Gebäuden und Anlagen für die feuerpolizeiliche Sicherheit zu sorgen. Sollte zudem im Nachhinein festgestellt werden, dass die Anforderungen zur Durchführung des Meldeverfahrens nicht mehr erfüllt sind, bleibt ein Baubewilligungsverfahren ausdrücklich vorbehalten.

Verfahren
Spätestens 30 Tage vor Baubeginn ist dem Bauamt das ausgefüllte Meldeformular für Solaranlagen (kann unter www.baugesuche.zh.ch heruntergeladen werden) unter Beilage von vermassten Situations- und Ansichtsplänen sowie eines Produktbeschriebs des Herstellers jeweils 2-fach einzureichen. Sofern die Voraussetzungen für das Meldeverfahren erfüllt werden, erhalten Sie eine schriftliche Bestätigung des Bauamts, worauf mit den Bauarbeiten umgehend begonnen werden darf. Insbesondere bei Photovoltaikanlagen wird empfohlen, frühzeitig vor Ausführung mit den Gemeindewerken (Tel.: 044 835 83 00 oder E-Mail: [email protected]) Kontakt aufzunehmen.

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