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Herbstreise 2011

Herbstreise nach Balkonbrand

Samstag, 4.09.11, der Feuerwehrverein Dietlikon trifft sich zur jährlichen Herbstreise.
Punkt 7:15 versammeln sich rund 40 ehemalige und aktive Feuerwehrfrauen und Männer mit Partnern.

Um halb 8 geht es los, niemand kennt das Ziel. Michi Studer begrüsst die Anwesenden und der Tag startet gemütlich mit Kaffee und Gipfeli. Der erste halt in Deitingen gibt Gelegenheit sich etwas auszutauschen und die Füsse zu vertreten. Stets im Einsatz ist unser „Foto-Uwe“, der mit seiner Kamera alle Moment festhält. Nun steigt die Spannung, die Verkehrsschilder werden langsam französisch, es geht Richtung Biel. Bei der Anwesenheitskontrolle stellen wir eine blinde Passagierin fest, da fehlt jemand auf der Liste. Das Missverständis ist schnell gelöst und so geht es bei leiser Musik, die wenig Schwung in der Car bringt weiter Richtung Jura. Ein vorgetäuschtes Motorproblem am Car lässt die Spannung nochmals ansteigen.

10:20 Uhr, wir erreichen Saignelégier und da kommt auch schon die Hightech Kühltasche von Michi D. in den Einsatz, der erste Apéro wird zelebriert. Ein junger (ansatzweise) französisch sprechender Mann sucht Kontakt zu uns, doch für den Feuerwehrdienst ist er definitiv nicht geeignet, weshalb wir ihn am Bahnhof stehen lassen. Nun bittet uns das OK auf den Bahnsteig, dort steht ein Extrazug nur für die Feuerwehr Dietlikon. Das grüne Schmuckstück ist mit der Route „Tramelan – Breuleux – Noirmont“ beschriftet. Ein freundlicher Zugbegleiter erläutert uns die Geschichte dieses Zuges. 1913 wurden die ersten 4 Triebwagen im Jura in Betrieb genommen, die restlichen Züge fuhren noch mit Dampf, die 1 Meter breite Spur führte 75 Km durch den Jura zur damaligen Zeit, ein technischer Wunderwerk. Wir fühlen uns sichtlich wohl und geniessen die Fahrt auf den nostalgisches Holzbänken in der 3. Klasse. Nach 30-minütiger Fahrt folgt ein Fotostopp, dann geht es zurück, die Lock wird gewendet und der Zug fährt wieder los. Schreck und Panik treffen uns wie der Blitz, wir hören Schüsse und Pferdegalopp, was geschieht den da? Drei Cowboys nähern sich dem Zug mit Schüssen in die Luft, der Zug hält, wir werden doch tatsächlich überfallen! Die Räuber entführen, zwei hübsche Damen und einen etwas vorlauten Herren, es folgen Lösegeldverhandlungen. Später wird dann lautstark klar, dass sich die entführten Damen mehr Gegenwehr und Engagement ihrer Männer gewünscht hätten. Nun die „Retter“ haben dann vorerst mal das Bier der entführten Frau leer getrunken. Nicht jeder ist ein Held und schliesslich haben wir die Damen ja auch gesund wieder bekommen. Auch das schwarzgekleidete Opfer aus der Verkehrszug wurde wieder freigelassen, lustigerweise wollten die Räuber für ihn kein Lösegeld.

Der nächste Halt ist in Pré Petitjean wo wir die Auberge de la Gare betreten und uns ein gemütlicher Grillplausch erwarten. Ein neues Mitglied der Feuerwehr offeriert eine Getränkerunde, zu ehren seiner ersten Feuerwehrreise in Dietlikon. Die einen oder anderen sind sichtlich erleichtert als as Buffet eröffnet wurde, der Hunger ist inzwischen gross. Der Wirt sagt Regen voraus, diese Vorhersage trifft dann auch zu, übrigens bis zum ende des Tages. Zusammen mit der Regenfront kommen auch die Fliegen, wir lassen uns jedoch weder das Essen noch die gute Laune verderben. „Meteooffizier HUH“ informiert über die Wetterentwicklung und am Nebentisch geniessen die ersten schon eine Schnapsrunde. Der entführte Herr hat sich offensichtlich gut von den Strapazen erholt, denn er ist schon mit viel Charme dabei die (nicht gerade fröhlich gestimmte) Servierdame beim Aufbau vom Dessertbuffet zu unterstützen. Gegen 3 Uhr verlassen wir Pré Petitjean Richtung Deutschschweiz. Im Car wird es immer ruhiger, viele geniessen einen Mittagsschlaf und andere versuchen die Gegend trotz Dauerregen etwas zu erkunden. Auf der Rückfahrt gibt es noch einen kurzen Stopp in Olten und eine Witzrunde, sympathisch moderiert von Manu rundet den Tag ab. Nach zahlreichen Staukilometern kommen wir zufrieden wieder in Dietlikon an. Björn dankt dem OK und verabschiedet die fröhliche Gesellschaft im Feuerwehrlokal.

Nun ist eine feuerwehrintensive Woche vorbei, denn die meisten von uns habe diese Woche viel Zeit in der Feuerwehr verbracht: Montag und Dienstag waren Atemschutzübungen und am Freitag war die ganze Truppe an der sog. Wachtmeisterübung im Einsatz wo wir auch die neue Einsatzbekleidung bereitstellten. Am Samstag wurde dann eine Alarmgruppe aufgeboten Einsatz wegen einem Balkonbrand.

Wenige Stunden später, waren alle wieder beisammen. Getreu dem Motto: Unsere Freizeit für Ihre Sicherheit. Wer mehr über die Feuerwehr Dietlikon erfahren will: www.dietlikon.ch/feuerwehr

Text Alain Rieder
Foto Uwe Kretschmer

Die Reisegruppe mit Aktiven, Ehemaligen und PartnerInnen
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