Diese Seite ausdrucken

20200113_Start 2020 und Rückblick 2019

2020 «begrüsst» die Feuerwehr Dietlikon mit einem Balkonbrand / 
2019  Rückblick und  Ausblick 2020

In der Neujahrsnacht um 00:21 werden die Feuerwehrleute von Dietlikon mit folgendem Alarm «begrüsst»: KA N2: S Brand im MFH….  Diese Alarmmeldung auf dem Pager, sowie gleichzeitig als SMS, lässt jede Feuerwehrfrau und jeden Feuerwehrmann erahnen, was am Einsatzort erwartet wird.

Die rund 55-60 AdF (Angehörige der Feuerwehr) sind bei uns in drei Alarmgruppen sog. KA = Kleinalarm eingeteilt. Bei einer bestätigten Brandmeldung werden rund 30 AdF alarmiert. In der Regel sind bis zu 2/3 der Einsatzkräfte im Dorf und können umgehend ausrücken. Je nach Ereignis kann es auch sein, dass eine weitere Gruppe nachalarmiert werden muss. Tagsüber sind mind. 10 Feuerwehrleute innert 10 Minuten am Einsatzort. Wenn man bedenkt, dass die Anfahrt zum Feuerwehr-Depot drei bis fünf Minuten dauern kann und die AdF komplett ausgerüstet am Einsatzort eintreffen, ist dies eine beachtliche Leistung, die gefordert ist.

Zurück zum Einsatz Nr. 1-2020: Beim Eintreffen der Feuerwehr brannten einige Gartenmöbel. Diese konnten rasch gelöscht werden und niemand wurde verletzt. Dieser Einsatz zeigt deutlich, der Notfall kennt keine Schonzeit, keine Nachtruhe und keine Rücksicht vor geplanten Aktivitäten. Im Kanton Zürich sind ausgenommen der Berufsfeuerwehren Zürich, Winterthur und Flughafen alle Feuerwehren im Milizsystem organisiert. Dies bedeutet die AdF verlassen im Alarmfall ihre Arbeit, die wichtige Sitzung, den Sport-, Gruppenfitness-, Kosmetik- oder Physiotermin, den Kindergeburtstag, das Essen mit Freunden, das Rendez-vous bei Kerzenschein im Restaurant oder den längst überfälligen Termin mit dem Rasenmäher etc. Treu dem Motto: Unsere Freizeit für Ihre Sicherheit!

Sie merken liebe Leser, wer diese Berufung gewählt hat, tut dies mit Herzblut und Leidenschaft! Jede/r AdF ist sicher auch stolz auf seine Bereitschaft, sein Wissen und die Begabung den «Notfall» zu akzeptieren, zu funktionieren, seine Aufgaben zu erfüllen und alles stehen und liegen zu lassen.

Mitmachen erwünscht! Wer sich für den Feuerwehrdienst interessiert, ist eingeladen sich bei uns zu melden. Neue Kolleginnen und Kollegen sind stets willkommen!

Im 2019 hatten wir ein abwechslungsreiches Feuerwehrjahr, viel Ausbildungszeit und einige  fordernde Einsätze. Gegenüber dem Vorjahr war es rein statistisch gesehen ruhiger: 68 Mal ist die Feuerwehr Dietlikon ausgerückt, 2018 waren es 86 Mal. Die Aufgaben waren vielseitig. Es gab knapp 10 kleinere und grössere Brände oder Rauchentwicklungen. Hinzu kamen einige Falschalarme bei den Brandmeldeanlagen, diese sind oft auf Bautätigkeiten in den Betrieben zurückzuführen. Immer wieder rückt die Feuerwehr aus, um Oel-, Diesel-, oder Benzinspuren zu binden. Diese Treibstoffe können für die Umwelt und die Gewässer rasch zu einer grossen Gefährdung werden. Ferner ist bei solchen Einsätzen wichtig, dass der Verkehr nicht zusammenbricht. Sobald nämlich ein Oberflächenreinigungsfahrzeug im Schritttempo durch die Strassen fährt, werden die kurzen Grünphasen bei den grossen Kreuzungen und Lichtsignalanlagen zur Herausforderung.

Überschwemmte Keller oder Wasserwehreinsätze in Gebäuden gehören auch zu unseren Aufgaben. Es kommt auch vor, dass über den Notruf (Telefon 118) starke unbekannte Gerüche gemeldet werden. In einem Fall handelte es sich um massive Benzindämpfe in einer Tiefgarage. Wir mussten das Medium unter Atemschutz entfernen und die Zugänge zur Garage schliessen. Es bestand grosse Explosionsgefahr. Ein weiterer Einsatz aufgrund einer Alarmmeldung «beissender Geruch» gab es gegen Ende Jahr. In diesem Fall handelte es sich um Farbdämpfe in einem kleinen geschlossenen Raum. Auch hier waren wir mit Atemschutz im Einsatz.

Leider gehören auch Einsätze zum Feuerwehralltag wo Menschen ihr Leben verlieren oder schwer verletzt werden. So rücken wir erfahrungsgemäss 1-2 mal pro Jahr zu solchen Einsätzen aus. Meistens sind es Verkehrs-, Arbeits-, oder Bahnunfälle. Bei diesen Einsätzen sind die Einsatzkräfte besonders gefordert und belastet. Die Nachbetreuung unserer AdF ist hier besonders wichtig. Die Zusammenarbeit mit den anderen Rettungskräften wie Sanität 144, Notarzt und der Polizei funktioniert immer sehr gut. Man spricht die gleiche Sprache und schätzt den Partner.

Der grösste Einsatz war im Sommer. Am 28. Juni 2019 brannte das Dach eines Mehrfamilienhauses, Gasflaschen flogen durch die Luft. Fernsehen und Presse berichteten darüber. Die dicken schwarzen Rauchwolken waren weit zu sehen und die Explosionen der Gasflaschen versetzen alle in Angst und Schrecken. Auf unserer Homepage sehen Sie den entsprechenden Link zu den Presseberichten. Nach diesem Einsatz gab es eine ungeplante Herausforderung. Unser Tanklöschfahrzeug (TLF) bzw. dessen Wasserpumpe zeigte Störungen und bald wurde klar, dass eine Reparatur oder ein Pumpenersatz für das rund 25jährige Fahrzeug keinen Sinn mehr macht. Somit wurde so rasch als möglich eine Lösung gesucht, damit wir einsatzbereit bleiben. Glücklicherweise konnten wir über die kantonale Gebäudeversicherung (GVZ) ein Ersatz-TLF organisieren. Dies war mit einer intensiven Planung verbunden. Das umfangreiche Material mit allen Rettungs- und Löschmittel mussten auf den Ersatzlastwagen umgeräumt werden. Alle Feuerwehrleute wurden in kürzester Zeit mit dem neuen Fahrzeug vertraut gemacht und ausgebildet. So kam es, dass zusätzliche Fahrtrainings für die Fahrer organisiert wurden. Diese Ausbildung begann für die ersten Fahrer um 06:00 Uhr morgens. Am besagten Tag war um 05:18 bereits ein Alarm, das Aufstehen wurde also erleichtert. Das Ersatz-TLF muss wieder zurückgegeben werden, aus diesem Grund läuft die Planung für ein neues Tanklöschfahrzeug, welches im besten Fall innert Jahresfrist geliefert und ausgebildet werden kann für die Einsatzkräfte. 

Immer wieder werden wir gefragt: «rettet Ihr auch Katzen von Bäumen»? Die Antwort lautet ja, sie ist mit Kosten zu Lasten des Tierhalters verbunden. Im 2019 rückten wir zweimal aus, um ein verängstigtes und unterkühltes Büsi zu retten.

Auf unserer Homepage sehen Sie mehr Details zu den Einsätzen. Auch dieses Jahr sind wieder viele spannende Übungen geplant. Die AdF der Feuerwehr Dietlikon werden einen zusätzlichen Ausbildungstag «am Feuer» im Ausbildungszentrum Andelfingen absolvieren und auch wieder in den Brandhäusern in Riedikon trainieren. Diverse Fach- und Einsatzübungen sind über das ganze Jahr verteilt. Die AdF investieren je nach Funktion / Dienstgrad rund 50 bis 100 Stunden Ausbildungszeit pro Jahr und zusätzlich noch einige Einsatzstunden.  Seit mehreren Jahren arbeiten wir mit der Feuerwehr Bassersdorf zusammen, um uns im Alarmfall und auch im Übungsbetrieb zu unterstützen.

An dieser Stelle geht ein grosser Dank an allen Feuerwehrfrauen und Männer für ihren Einsatz und ihr Herzblut für die Sache. Ein spezieller Dank richtet sich auch an die Familien, Partnerinnen und Partner der AdF! Wir schätzen es sehr, dass so viele Menschen und Familien hinter uns und unserer Berufung stehen. In diesem Sinne bis bald oder «bis plötzlich» … Ihre Feuerwehr Dietlikon.

 

Oblt Alain Rieder
Chef Kommunikation & Alarmierung

 

 

xeiro ag