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20181110_OWF_Taufe

Feierliche Einweihung am Samstag, den 10. November 2018

Mit verschiedenen Attraktionen und einer Festwirtschaft im Feuerwehrlokal am Betriebsgebäude an der Hofwiesenstrasse 30 wurde der Neuzugang offiziell begrüsst und das alte «PIF» abgelöst.

An der Hauptübung im Oktober letzten Jahres wurde es schon angekündigt, das neue Öl- und Wasserwehr Fahrzeug, kurz «OWF». Über dessen Anschaffung hat die Gemeindeversammlung im vergangenen Dezember abgestimmt und es wurde im Oktober 2018 geliefert. Finanziert wurde es je zur Hälfte von der Gemeinde Dietlikon sowie von der Gebäudeversicherung (GVZ) des Kantons Zürich. Damit ist es der jüngste Zugang in der Fahrzeugflotte der Feuerwehr Dietlikon. Die Flotte besteht aus einem Mehrzweckfahrzeug, einem Sanitätsgruppenfahrzeug, einem Verkehrsgruppenfahrzeug, einem Tanklöschfahrzeug sowie einem Personentransporter. Das wohlbekannte rote Pionierfahrzeug oder kurz PIF mit Jahrgang 1986 wurde heuer durch das neue Öl und Wasserwehrfahrzeug ersetzt. Die Fahrzeugtaufe fand mit geschätzt 150 Besuchern und auch mit Gästen aus benachbarten Feuerwehren um 14.00 Uhr statt. Pfarrerin Christa Steinhauer von der Reformierten Kirchgemeinde und Gemeindeleiter Reto Häfliger von der Katholischen Kirchgemeinde von Dietlikon Wangen Brüttisellen nahmen die Fahrzeugtaufe gemeinsam vor. Frau Steinhauer spritzte zuerst mit tatkräftiger Unterstützung von Alt-Gemeinderat Ewald Benz mit Wasser aus der Eimerspritze ein Blatt Papier weg, welches den Namen verdeckte: Es kam so ein kleiner Octopus zum Vorschein und so heisst das neue Fahrzeug denn auch: Octopus. Beide Pfarrpersonen sprachen anschliessend ein gemeinsames Gebet, in dem sie die Feuerwehr-Personen, die Octopus führen und in ihm zur Einsatzstelle fahren, unter den Schutz Gottes stellten.

Mehr Platz für das Mitfahren von Feuerwehrleuten, etwas weniger für Gerätschaften

Der Kurier wollte wissen: Warum braucht die Feuerwehr Dietlikon gerade ein solches Fahrzeug für ihre Einsätze? Stefan Dangel, Kommandant, nimmt dazu wie folgt Stellung: «Das OWF ist mittlerweile ein Standard im Kanton Zürich. Die Ortsfeuerwehren werden seitens der Gebäudeversicherung im Kanton Zürich mit einem solchen Fahrzeug ausgerüstet, wenn ältere Fahrzeuge ausser Dienst gehen. Individuell ist bei uns, dass wir zusätzlich einen Auszug für Atemschutzgeräte haben. Der Einsatzzweck steht primär im Zusammenhang mit Ölspuren und/oder Wasser in Kellern oder beispielsweise Wasserrohrbrüchen auf der Strasse oder in Häusern, auf Vorplätzen oder in Garagen. Bei all diesen Szenarien wird das Fahrzeug zum Einsatz kommen. Sollten sich grössere Unfälle im Bereich Chemie oder in der Umwelt ereignen, gibt es dafür auch Schutzmaterial. Bei solchen Einsätzen erhalten wir Unterstützung von einem Stützpunkt, zum Beispiel von der Feuerwehr Wallisellen. Zur genaueren Abklärung bei unklaren Situationen kann auch der ABC-Messwagen der Berufsfeuerwehr aus Zürich oder Winterthur angefordert werden. In jedem Fall stehen weitere Spezialeinsatzkräfte zusätzlich bereit, wenn die Mittel einer Ortsfeuerwehr einmal nicht ausreichend wären.» Oberleutnant Pascal Sperandio, welcher ab 2019 Ausbildungs-Chef sein wird, äussert sich so zum neuen «OWF»: Wir sind stolz darauf, dieses Fahrzeug zu haben. Es ist genau das richtige Fahrzeug für unsere Einsätze, denn es passt sehr gut zur Gemeinde Dietlikon und den weiteren Feuerwehr-Fahrzeugen, die schon in Gebrauch sind.» Und Leutnant Roger Fehlmann, der ab 2019 als Chef des Motorwagendienstes verantwortlich zeichnen wird, sagt: «Ich bin glücklich und froh, dass wir vom Stimmbürger, der Gemeinde Dietlikon und von der Gebäudeversicherung GVZ dieses Fahrzeug erhalten haben. Es erfüllt sehr gut unsere Anforderungen und ist ein würdiger Ersatz für das alte «PIF»». Ein wenig Wehmut bei den Feuerwehrleuten ist dennoch zu spüren, da ein langjähriges zuverlässiges und auch vertrautes Fahrzeug ausgemustert werden musste.

Wie sieht das neue «gute Stück» aus?

Das neue «OWF» verfügt über ein Automatikgetriebe und kommt in den Farbtönen gelb und lila daher. Es wiegt gut fünf Tonnen und bietet gegenüber dem PIF-Fahrzeug mehr Sitzplätze für insgesamt sechs Insassen inklusive Fahrer. Dafür kann man etwas weniger Equipment in seinem Fond verstauen. Dort sind beispielsweise Schwimmwesten und Sauerstoffflaschen eingelagert und Rollen aus speziell beschichtetem Flies, welche ausgelaufenes Öl aufnehmen. Bei ausgelaufenem Öl auf der Strasse verwendet die Feuerwehr ein spezielles Bindemittel, welches ebenfalls dort eingelagert ist. Das «OWF» verfügt über einen Generator, der Strom erzeugt für LED-Lampen sowie für die Pumpen und Wassersauger. Zudem erzeugt dieser auch Strom für die Lampe auf dem Teleskoprohr, um einen Einsatzort auszuleuchten, wenn es dort keine weiteren Lichtquellen geben sollte. Ferner finden sich im Öl-Wasserwehr-Fahrzeug verschiedene andere Hilfsmittel, welche wichtig sind im Zusammenhang mit verschiedenen Einsätzen. «Es darf nur von Personen geführt werden, die als Fahrer/Innen nominiert wurden», so Dangel. Diese Personen besuchen jährlich zusätzliche Übungsfahrten.

Feuerwehr-Spiele und Oldtimer-Fahrten und feine Würste vom Grill

Für die interessierte Bevölkerung gab es bereits ab 11.30 Uhr verschiedene Attraktionen. Man durfte in den Feuerwehr-Oldtimer-Jeep einsteigen und darin eine Runde durchs Dorf drehen. Die Kleinen durften durch einen Parcours Spielzeugautos schieben. Für die bewegungsfreudige Jugend war im Betriebsgebäude eine feuerrote Hüpfburg aufgestellt. Man hatte auch die Möglichkeit, die Fahrzeuge der Feuerwehr etwas eingehender zu betrachten und sich auch einmal in ihren Führerstand zu setzen. Natürlich wurde ebenfalls für das leibliche Wohl gesorgt: Im Feuerwehrlokal war die kleine Festwirtschaft für ein gemütliches Raclette-Mittagessen geöffnet. Es gab zudem feine Würste vom Grill mit Bürli, Senf und Ketchup und Getränken sowie feinen hausgemachten Kuchen und Kaffee zu kaufen.

Kurier Nr. 47 / 23. November 2018 / Text: Yvonne Zwygart  Bilder: Yvonne Zwygart / Feuerwehr Dietlikon

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