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20180913_Einsatzübung

Einsatzübung von Feuerwehr und Gemeindepolizei Dietlikon

Feuerwehr und Polizei Dietlikon üben Ernstfall

Am vergangenen Donnerstagabend war die Strasse durch den Aegertwald für etwa eine Stunde nur einstreifig befahrbar. Mehrere Feuerwehrautos, Feuerwehrleute und Polizisten waren vor Ort. Sie übten den Ernstfall.

 

Der Schäferhund zieht schon fest an der Leine. Polizeihund „Boss“ will seine Arbeit machen. Beim Abzweiger mitten im Aegertwald ist ein Grossaufgebot der Feuerwehr Dietlikon daran, einen Autobrand zu löschen und Verletzte zu bergen: Zwei Personen im unfallverursachenden Auto, dazu ein Fahrradfahrer, der angefahren wurde. Die Polizei war zuerst vor Ort. Dabei hat sich heraus-gestellt, dass drei Personen einfach abgehauen sind. Hier kommt Boss zu Einsatz. Eine Gruppe Feuerwehrleute hilft Hundeführer Michael Hess gemeinsam mit Boss nach den Flüchtigen zu suchen. Eine andere Gruppe wird von Gemeindepolizist Werner Gugelmann gerade instruiert, wie ein anderes Waldstück in einer Reihe durchsucht werden soll.

 

Auch im Ernstfall kann es regnen

Um 19.30 Uhr kam der Einsatzbefehl bei der Feuerwehr Dietlikon an, dass sie zu einem Verkehrsunfall im Aegert ausrücken müssen. Schnell wird klar, dass es sich um ein grösseres Schadensbild handelt. Ein Auto, das brennt, mehrere Verletzte, geflüchtete Personen. Den ganzen Tag war es trocken, vor kurzem erst hat der Regen eingesetzt. Trotz vielschichtiger Aufgabenstellung bleiben die Feuerwehrleute konzentriert und nach aussen gelassen. Roger Fehlmann ist an diesem Abend erstmals Einsatzleiter. Rasch organisiert er die verschiedenen Verantwortungsbereiche und erteilt die Aufträge. Nebst der Brandlöschung gilt es gleich die Retter selbst zu schützen und so wird zügig die Strasse mindestens einstreifig abgesperrt. In einem echten Einsatz wäre das Teilstück zwischen Dietlikon Süd und Dübendorf komplett gesperrt und der Verkehr umgeleitet worden. Fehlmann sagt: „Ich bin schon aufgeregt gewesen, was kommt. Aber im Einsatz rotiert es einfach und ich mache, was zu tun ist.“ Er ist bereits seit 15 Jahren bei der Feuerwehr Dietlikon und hat vor kurzem den Offizierskurs zu absolviert.

 

Am Strassenschild festgesetzt 

Einer der abgehauenen Figuranten wird schnell gefasst und kurzerhand mit Handschellen an einem Strassenschild angekettet. In der Zwischenzeit ist der Brand gelöscht und die Feuerwehrleute können sich an die Bergung der beiden verletzten Fahrzeuginsassen und des Velofahrers machen. Unmittelbar bei der Unfallstelle ist schon ein Sanitätszelt aufgebaut. Mit Hilfe einer Kompressorflasche ist das Zelt in kürzester Zeit einsatzbereit und dient als Verwundetennest bis – im Ernstfall – die Sanität eintreffen würde. Gerade bei diesen Witterungsbedingungen – mittlerweile giesst es in Strömen – wird der trockene Ort sehr geschätzt. Eine ganze Weile dauert es, bis die anderen beiden Flüchtigen gefunden werden. Der Regen macht es auch für Boss äusserst schwierig, die Spur aufzunehmen oder besser gesagt nicht zu verlieren. „In einem Ernstfall würden wir bei solchen Bedingungen wie Dunkelheit und Starkregen andere Massnahmen ergreifen und Hilfsmittel zuziehen.“

 

Freiwillige Einsätze in der Feuerwehr

Eine solche Übung mit mehreren Beteiligten braucht viel Vorbereitung. Das ganze Szenario ausgedacht hat sich Pascal Sperandio, der selber schon 13 Jahre in der Feuerwehr Dietlikon mitmacht. Ein Unfall, den er vor Jahren selbst miterlebte, hat ihn motiviert, sich bei der Feuerwehr zu engagieren. „Ich wollte selbst helfen, etwas machen können, wenn ein Unfall passiert“, erzählt Sperandio. „Das Wichtigste beim Eintreffen an einem Unfall ist, die eigene Sicherheit nicht ausser Acht zu lassen. Sonst haben wir noch mehr zu tun und weniger Helfer“, sagt er lachend. Die Anspannung und Erleichterung nach der gelungenen Übung sind ihm anzumerken. Nachdem alle Personen gefunden und bei den Verletzten die Erstversorgung fachgerecht gemacht wurden, wird die Übung abgebrochen, alles Material eingesammelt und die Strasse wieder freigegeben. Die Feuerwehrleute und auch die beiden Polizisten kehren zum Depot in Dietlikon zurück zur Einsatzbesprechung. Noch während der Besprechung müssen sich Hess und Gugelmann zu einem echten Einsatz verabschieden. Die Feuerwehrleute tauschen sich noch aus, wo es allenfalls noch Verbesserungen gibt. Aber eigentlich gibt es vom Sperandio und auch vom Feuerwehrkommandanten Stefan Dangel nur Lob, weil alles sehr gut geklappt hat. „Dafür üben wir auch im Schnitt zweimal pro Monat. Es können nicht immer alle 50 Feuerwehrleute teilnehmen. An dieser Übung waren aber praktisch alle mit dabei“, sagt Dangel. Und das alles freiwillig. Im Gegensatz zu den Feuerwehren in den Städten Zürich und Winterthur sowie am Flughafen sind die übrigen Feuerwehrwachen alle mit Freiwilligen besetzt. „Wir können immer wieder Nachwuchs gebrauchen, auch Frauen sind seit Jahren willkommen“, sagt Dangel. Voraussetzung dafür ist Wohn- oder Arbeitsort in Dietlikon und direkte Umgebung sowie eine gewisse Grundfitness.

 

 Fotos/Text: Kurier - Sibylle Ratz

xeiro ag