Diese Seite ausdrucken

2006.05.17_Realitätsnahe Sanitätsübung

Die Sanitätsübung 17.05.06 stand unter dem Thema "Wundversorgung". Uebungsleiter Andy Depser zeigte an dieser Uebung eindrücklich, was es bedeutet, für den Ernstfall auszubilden.

Nach dem Appell hiess es Einsatzbereitschaft erstellen und per Funk “Ausrückbereit“ melden. Prompt kam die Meldung Motorradunfall bei der Bäckerei Benz.

Diese Einsatzübung war eine Kontrolle vom Erlernten der letzten Übung. An der Unfallstelle angekommen galt es dem Verunfallten richtig zu helfen und das Fahrzeug zu sichern.

 

 

Beim Patienten stellte sich der Verdacht auf eine Hals-Wirbelsäulen-Verletzung heraus. Unser Figurant klagte über Rückenschmerzen und Taubheit in den Beinen. Peter Lehmann und ich überprüften die Richtigkeit der getroffenen Massnahmen.

Dem “Verletzten“ musste der Helm vorsichtig abgezogen werden und zur Fixierung des Kopfes musste ein Halskragen angezogen werden. Danach mussten unsere Sanitäter/Innen den Schwerverletzen mittels Schaufelbahre aufnehmen und auf die Vakuummatratze umlagern. Dies unter der gebotenen Vorsicht, so dass durch die Umlagerung dem Patienten keine zusätzlichen Schädigungen zugefügt werden.

Nach 25-minütiger, schweisstreibender Arbeit folgte die Übungsbesprechung.

 

Im 2ten Teil der kamen wir zum eigentlichen Thema der Übung.

Da ich wieder einmal mit meinen Leuten zusammenarbeiten wollte und nicht nur vor ihnen stehen, übernahm Peter Lehmann den Posten. 2 Figuranten wurden durch ihn präpariert.

An dieser Stelle herzlichen Dank an unsere Figuranten, dass sie sich zur Verfügung gestellt haben und wir an Ihnen üben durften. Die “Armen“ Jungs wurden mit Kunstblut begossen und hatten am ganzen Körper irgendwelche Verletzungen.

Beim Badi-Parkplatz warteten 2 Verletzte auf uns.

Ein Nagel und ein Glassplitter in der Hand musste versorgt werden; was eigentlich keine schwierige Angelegenheit gewesen wäre, belässt man den Fremdkörper in der Wunde (auf keinen Fall herausziehen) und verbindet sie. Doch wartete noch eine Überraschung auf uns. Durch die Manipulationen an der Hand riss die Arterie auf und das Blut spritze suponiert aus der Wunde. Jetzt handelte es sich um eine lebensbedrohliche Verletzung, rasches Handeln ist angesagt. Die Arterie musste abgeklemmt werden, damit der Blutfluss unterbrochen wird, als weiteres muss der Kreislauf des Patienten überprüft und stabil gehalten, und die Wunde richtig (fest) verbunden werden. Die eigene Sicherheit durfte auch nicht vernachlässigt werden; der Kontakt mit Blut muss man vermeiden.

Im zweiten Fall fanden wir Personen mit starken Verbrennungen an Beinen und Oberkörper vor. Wichtigste Massnahme bei Verbrennungen ist 15 Minuten lang mit viel Wasser Kühlen. Nach dem ersten Kühlen musste die Wunde versorgt werden, Kleider wurden aufgeschnitten, die Wunde mit Gelkompressen und Gaze-Binden versorgt und weiter gekühlt. Zur gleichen Zeit wurde der Patient auf weitere Verletzungen untersucht und die Vitalfunktionen überprüft (ABC-Kontrolle/Bodycheck). Alles lief ruhig, als unerwartet Nasen- und Ohrenbluten und Bewusstlosigkeit des Patienten auftrat, da wurde es wieder hektisch. Die Verbrennungen waren zweitrangig, die Stabilisierung des Kreislaufes hatte nun erste Priorität. Ein weiteres ABC wurde durchgeführt und den Verletzten neu beurteilen zu können. Wir wählten eine Seitenlagerung auf der Seite mit der Blutung am Ohr, damit das Blut ablaufen konnte, da er “nur“ bewusstlos war.

Damit im Falle eines Herz-/Kreislaufstillstandes sofort eine Reanimation durchgeführt werden kann, haben wir die entsprechenden Hilfsmittel (Ambubeutel, Sauerstoff, Absaugpumpe und Defibrillator) in unsere Nähe gebracht.

In diesem Moment wurde die Uebung gestoppt. Eine Abschlussbesprechung folgte.

Wichtig für uns ist die Sicherheit am Schadenplatz (Absicherung, eigene Sicherheit), die Material- und Erste-Hilfe-Kenntnisse und dass wir auf alle Eventualitäten vorbereitet sind.

Zum Schluss ein grosses Merci villmal an unsere Sanis, Ihr habt toll gearbeitet und es hat Spass mit Euch gemacht. Mögliche Verletzte oder Hilfebedürftige sind bei Euch in guten Händen.

Kpl Andy Depser, C San FW Dietlikon

Lt P. Lehmann bei seiner engagierten Einflussnahme: Lernen ist aktives Handeln!
xeiro ag
scatlife.com