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SVSS

Stellungnahme des Verbandes für Sport in der Schule

Wie heute bekannt und in verschiedensten Medien publiziert wurde, hat der Bundesrat gestern Mittwoch, 11.11.09, die Vorlage zur Gesetzesrevision (Sportförderungsgesetz) zuhanden des Parlaments verabschiedet.

Die Formulierungen sind gemacht und könnten mindestens in den Printmedien kaum scheinheiliger sein: die Beibehaltung des Obligatoriums für Schulsport wird teilweise als Errungenschaft des neuen Gesetzes dargestellt und lenkt vom Wechsel der Entscheidungshoheit bezüglich Lektionsumfang vom Bund hin zu den Kantonen ab!

Wir alle wissen aber ganz genau, was das im Klartext bedeutet. Entsprechend ist die Haltung des SVSS unbestritten: Dieser Wechsel birgt zu grosse Unsicherheiten und darf nicht passieren.

Zu viele Kantone haben in der Vergangenheit gezeigt, dass ihnen Verständnis und Einsicht zur Notwendigkeit von genügend Bewegungszeit fehlt. Mehr noch, sie haben sich wissentlich über Bundesgesetz hinweggesetzt und die geforderten Lektionenzahlen (sowohl beim Sportunterricht an Berufsfachschulen, als auch beim sog. Dreistundenobligatorium) nicht eingehalten. Wir glauben nicht daran, dass ohne Druck eines Bundesgesetzes jetzt plötzlich ein Umdenken in den Kantonen stattfinden wird.

Natürlich weiss auch der SVSS um das neue Bildungsgesetz, wonach in sämtlichen Schulbelangen die Kantone entscheiden sollen.

Das führt unweigerlich zur Frage, warum es denn für den Sport anders sein soll als für alle andern Fächer. Anders gefragt: ist denn der Sport ein Sonderfall, dass eine Bundesgesetzregelung angebracht wäre?

Ganz klar ja!

  • Bewegung muss heute - vor allem angesichts der Bewegungsarmut im Alltag - als wichtiger Bereich unseres kulturellen Lebens generell gesehen werden
  • Wichtige Schlüsselqualifikationen (differenzierte Wahrnehmung, Wille, Ausdauer etc.) können besonders gut im Bewegungsunterricht thematisiert und entwickelt werden
  • Bewegungserziehung gibt wichtige Anregungen für die Gestaltung eines bewegungsaktiven Lebensstils
  • Für die Förderung der individuellen Gesundheit ist Bewegung eine zentrale Grösse
  • ...

Wir zitieren einen Unbekannten: «Nicht zu wissen, wie man Trompete spielt oder ein schönes Bild malt, mag als kultureller Mangel gelten. Nicht zu wissen, wie man sich korrekt bewegt und seinen Körper behandeln soll, führt mindestens zu horrend hohen Gesundheitskosten».

Von der NZZ wurde uns eine direkte Stellungnahme zum heute erschienen Artikel mit dem Hinweis auf die Möglichkeit eines Leserbriefs verwehrt. Wir rufen deshalb unsere Mitglieder auf, sich per Leserbrief in der lokalen oder nationalen Presse vernehmen zu lassen und jede erdenkliche Möglichkeit der Einflussnahme auf politischer Ebene wahrzunehmen.

Wir schätzen die Angelegenheit als derart wichtig ein, dass wir unbedingt handeln müssen.

Der SVSS bedankt sich für jeden Beitrag!

Herzlich

Präsident SVSS
Ruedi Schmid

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