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Sportförderungsgesetz

Wird der Schulsport abgeschafft?

Vergangene Woche hat der Bundesrat das neue Sportförderungsgesetz zuhanden des Parlaments verabschiedet. Von den Medien unbemerkt soll damit das heute national gültige Dreistunden-Sportobligatorium abgeschafft werden. Neu bestimmen die Kantone den zeitlichen Umfang des Sportunterrichts. Das lässt Schlimmes befürchten!

Seit Jahrzehnten ist klar: Jede Schülerin und jeder Schüler in der Schweiz geniesst drei Stunden Sportunterricht pro Woche. Dies wurde vom Bund so bestimmt und in einer Verordnung festgehalten. Mit Blick auf die kantonale Schulhoheit möchte der Bundesrat nun zwar weiterhin am grundsätzlichen Sportobligatorium festhalten, jedoch künftig darauf verzichten, Vorgaben zum zeitlichen Umfang zu machen. Er handelt dabei nach dem Prinzip Hoffnung, heisst es doch in der Botschaft zum neuen Sportförderungsgesetz: „Es ist davon auszugehen, dass die Kantone im Rahmen der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) eine gesamtschweizerisch einheitliche Regelung erlassen werden.“ Die Erfahrung bei der Umsetzung des Sportobligatoriums in den Berufsschulen zeigt jedoch, dass Bewegung und Sport in den Schulen keineswegs in allen Kantonen die gleiche Bedeutung hat. Es liegt nun an den Bundespolitikern, hier noch einmal Gegensteuer zu geben, indem sie am national geregelten Dreistundenobligatorium festhalten.

Sport ab Kindergarten
Natürlich gibt es aber auch viele positive Punkte im neuen Gesetz. Der grösste Fortschritt ist die definitive Ausweitung des Förderprogramms Jugend und Sport auf fünf- bis zehnjährige Kinder. Damit soll Bewegungsmangel und Übergewicht bereits bei den Jüngsten bekämpft werden. Ein wichtiger Schritt, der jährlich 20 Millionen Franken zusätzlich kostet. Unklar ist eigentlich nur, weshalb immer noch eine untere Altersgrenze festgelegt wurde, beginnt doch Bewegungsförderung schon im Säuglingsalter und spätestens mit dem Muki-Turnen.

Wie an dieser Stelle bereits früher vorausgesagt, gilt das Schulsportobligatorium künftig definitiv auch für die Kindergärten: „Das Obligatorium für Sportunterricht gilt für alle Schulstufen der Vorschul- und Primarstufe sowie der Sekundarstufe I und II gleichermassen und sowohl für öffentliche als auch private Schulen.“ Bleibt es also bei der Vorgabe von drei Stunden, gilt dies künftig auch für alle Kindergärten beziehungsweise die Grundstufen.

Botschaft des Bundesrates

Offizielle Mitteilungen

Widerstand beim Schweizerischen Verband für Sport in der Schule (SVSS)

xeiro ag
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